Digitales Zeitzeugengespräch mit Walter Frankenstein am 30.05.2021

Das Fanprojekt Mainz e.V. lädt alle Interessierten herzlich zu folgender Veranstaltung ein:

 

„Wir hatten keine Angst, wir hatten gute Freunde und viel, viel Glück“

Digitales Zeitzeugengespräch mit Walter Frankenstein

Moderation: Juliane Röleke (Historikerin und selbstständige Bildungsreferentin aus Berlin)

Sonntag, 30. Mai 2021, Beginn: 18:00 Uhr

Livestream via Youtube: „Wir hatten keine Angst, wir hatten gute Freunde und viel, viel Glück“ – YouTube

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nicht erforderlich. Fragen können während des Gesprächs über die Youtube-Chatfunktion eingereicht werden.

 

Der 96-jährige Holocaust-Überlebende Walter Frankenstein wird im Gespräch mit der Historikerin Juliane Röleke aus seinem bewegten Leben erzählen.

Geboren 1924 im damaligen Westpreußen, muss er 1936 die Volksschule aufgrund der nationalsozialistischen antisemitischen Gesetze verlassen und kommt durch die Unterstützung seines Onkels als Halbwaise in ein jüdisches Waisenhaus in Berlin.

Berlin hat für Walter Frankenstein viele schöne Seiten – er besucht mit seinem Onkel die Olympischen Spiele 1936, entdeckt seine bis heute währende Begeisterung für Hertha BSC und lernt seine große Liebe Leonie Rosner kennen.

Doch je mehr der nationalsozialistische Terror das Leben in Deutschland durchdringt, desto bedrohlicher und auswegloser wird die Lage für Walter und Leonie, ihre Freunde und Verwandten. Als im Frühjahr 1943 im Rahmen der sogenannten Fabrikaktion erneut Tausende jüdische ZwangsarbeiterInnen in Berlin verhaftet und deportiert werden, entschließt sich das Ehepaar Frankenstein abzutauchen, um der drohenden Ermordung zu entgehen. Die Zeit bis zum Ende des Krieges verbringen Walter und Leonie Frankenstein mit ihren beiden kleinen Söhnen in unterschiedlichen Verstecken. Mehrmals entkommen sie nur mit viel Mut und um Haaresbreite ihrer Entdeckung und Verhaftung.

Nach der Befreiung Deutschlands und dem Ende des Zweiten Weltkriegs entscheidet sich die Familie, nach Palästina auszuwandern, wo im Jahr 1948 der Staat Israel gegründet wird. Walter Frankenstein hilft vielen anderen Holocaust-Überlebenden bei ihrer Auswanderung, indem er im Hafen von Marseille Schiffe für die verbotene Überfahrt nach Palästina ausbaut.

Mitte der 1950er Jahre schließlich zieht die Familie von Israel nach Schweden und baut sich ein weiteres Mal ein neues Leben auf. Hier lebt Walter Frankenstein bis heute.

Walter Frankenstein engagiert sich seit vielen Jahren als Zeitzeuge und wurde hierfür 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.