Das Fanprojekt Mainz e. V. organisiert zum Auswärtsspiel unserer 05er am Samstag den 04.02.2012 wieder eine pädagogisch betreute U18 Fahrt nach Schalke. Anmeldeformulare stehen auf dieser Homepage zum Download bereit und es sind noch Plätze in unserem geräumigen Reisebus vorhanden. Für einen taschengeldfreundlichen Teilnehmerbeitrag in Höhe von € 20.- seid Ihr dabei ( in diesem sind die Hin- und Rückfahrt, sowie die Eintrittskarte enthalten.)
Obwohl das Spiel an einem Sonntag Abend ist haben wir uns entschlossen, diese Fahrt trotzdem anzubieten. Die Gründe dafür sind vielfältig. So kamen einige unserer Fahrten in dieser Hinrunde nicht zustande oder das Spiel ist auf Grund dramatischer Umstände ausgefallen. Von diesem Ausfall und der damit verbundenen Enttäuschung bei den angereisten Jugendlichen hörte der Ärztefanclub des 1.FSV Mainz 05. Sie beschlossen uns unbürokratisch mit 1.000 Euro zu unterstützen, damit wir unseren Jugendlichen die Fahrt nach Mönchengladbach ermöglichen können. Durch diese großzügige Spende ist es nun sogar möglich die Fahrt für die Jugendlichen kostenfrei anzubieten. Unser ganz herzlicher Dank und mit Sicherheit auch der Dank der Jugendlichen gilt dem Ärztefanclub!
Anmeldeformulare finden sich hier auf der Homepage des Fanprojektes im Downloadbereich oder am Fantreff im neuen Stadion hinter Block A unter der Haupttribüne. Meldet euch an und beschließt die Bundesliga-Hinrunde gemeinsam mit dem Fanprojekt!


Pressemitteilung
Besucherzahl und Beteiligung übertreffen die Erwartungen der Veranstalter
Mainz, 22.11.2011: Insgesamt über 1500 Menschen haben in den letzten elf Tagen die Ausstellung „Tatort Stadion 2“ in der Coface Lounge im Bruchwegstadion besucht.
„Wir sind überwältigt von der großen Resonanz sowohl auf die Ausstellung selbst, als auch auf die Veranstaltungen im Rahmenprogramm“, so Thomas Beckmann, Leiter des Fanprojekts Mainz e.V.
Allein bei den insgesamt vier Abendveranstaltungen, bei denen es u.a. um die Rolle von Frauen beim Fußball und um die Diskriminierung von schwulen Fußballern und Fans ging, konnten über 450 Gäste begrüßt werden. Mit einer derart hohen Besucherzahl habe man nicht gerechnet.
Besonders positiv bewertet Beckmann die aktive Unterstützung durch die Mainzer Fanszene - sowohl bei der Präsentation der Ausstellung selbst, als auch bei der Gestaltung des Rahmenprogramms. Beckmann: „Das Engagement der Mainzer Fans bei dieser Geschichte zeigt, dass sie sich nicht nur eindeutig gegen Diskriminierung, Rassismus und Gewalt aussprechen, sondern auch aktiv etwas dagegen tun.“
Auch der Vorsitzende des DGB Rheinhessen-Nahe, Wolfgang Kron, zieht ein überaus positives Resümee. „Unser Ziel, Jugendliche und junge Erwachsene für das Thema Diskriminierung und Rassismus - auch über den ‚Tatort Stadion’ hinaus – zu sensibilisieren, wurde voll erfüllt.“
In 13 Workshops erörterten insgesamt rund 210 SchülerInnen und 80 Auszubildende, wie diskriminierendes Verhalten im persönlichen Lebensumfeld von Schule, Arbeitsplatz und Freizeit auftaucht und was dagegen getan werden kann.
Kron: „Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei den Betrieben und Schulen, die ihren Auszubildenden bzw. ihren SchülerInnen die Besichtigung der Ausstellung und die Teilnahme an den Workshops während der Arbeits- bzw. Schulzeit ermöglicht haben. Dies macht deutlich, in welch hohem Maße diese Arbeitgeber und Schulen für die Thematik sensibilisiert sind und welch hohen Wert sie der Förderung auch sozialer Kompetenzen ihrer Azubis und SchülerInnen beimessen.“
Ein besonderes Dankeschön richten die Veranstalter zudem an den 1.FSV Mainz 05, der für die Ausstellung sowohl den VIP-Raum des Bruchwegstadions zur Verfügung gestellt hat, als auch auf organisatorischer und logistischer Ebene die Umsetzung des Großprojekts „Tatort Stadion 2“ in Mainz tatkräftig unterstützte. Dirk Weber, Fanbeauftragter des 1. FSV Mainz 05, betont: „Das Engagement gegen jegliche Formen von Diskriminierung liegt dem Verein sehr am Herzen. Für uns war von Anfang an klar, dass wir dieses Projekt unterstützen möchten.“
„Tatort Stadion 2“ ist eine Wanderausstellung, erstellt vom Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF). Sie thematisiert die alltägliche Diskriminierung in Stadien in Form von Rassismus, Sexismus und Homophobie und weist auf Aktivitäten von Neonazis im Fußball hin.
Der DGB Rheinhessen-Nahe und das Fanprojekt Mainz e.V. präsentierten die Ausstellung vom 10. bis 20. November 2011 erstmals auch in Mainz. Seit gestern ist die Ausstellung bereits wieder auf dem Weg zum nächsten Veranstaltungsort, nach Innsbruck (Österreich). Veranstalter dort sind die Faninitiative Innsbruck und das Kulturkollektiv Contrapunkt.
Jena/Mainz 03.11.2011
Mit Besorgnis beobachtet die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) die derzeitige Mediendebatte um eine angebliche Ausuferung der Gewalt bei und im Umfeld von Fußballspielen. Durch die enge Arbeit mit jungen Fußballfans und den direkten Kontakt in die lokalen Fanszenen ist es den Mitarbeitern/innen der Fanprojekte möglich, aktuelle Entwicklungen und Stimmungen zu registrieren und darauf angemessen zu reagieren.
Die BAG verfolgt mit Sorge die momentan ausufernde Diskussion über die angebliche Gewaltzunahme im Rahmen von Fußballspielen. Vertreter von DFB und DFL, aus Politik und Gesellschaft und die Polizei erwecken in ihren Ausführungen den Eindruck, dass der Besuch eines Fußballspiels zwangsläufig mit einer Gefährdung der eigenen Gesundheit und der Unversehrtheit des eigenen Leibes verbunden ist. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien führt zu einer Hysterie und geht völlig am Ziel einer sachgerechten und objektiven Auseinandersetzung mit dem Thema der Gewalt beim Fußball vorbei. In der öffentlichen Wahrnehmung wird ein Bild verfestigt, das nicht den Tatsachen entspricht und in dem bspw. die Verwendung von Pyrotechnik pauschal mit „Gewalt“ und „Randale“ gleichgesetzt wird, und die Ultra-Gruppierungen als alleinige Verantwortliche für die aktuelle Lage dargestellt werden. Durch eine solche Sippenhaft einzelner Gruppen sowie die undifferenzierte Berichterstattung, die in weiten Teilen populistische Züge angenommen hat, kommt man dem Ziel der Verringerung der Gewalt beim Fußball keinen Schritt näher. Vielmehr steigt die Gefahr, dass durch die Darstellung falscher Tatsachen und die Panikmache in vielen Presseberichten, die Gewalt im Umfeld des Fußballs noch weiter ansteigt und sich die Fronten weiter verhärten.
Die BAG fordert bei der derzeitigen Diskussion eine Rückkehr zu einer sachlichen und objektiven Berichterstattung und Debatte. Es sollte sich an sachliche Argumente und an Fakten gehalten werden. Dramatisierungen und Hysterie führen nicht zum Ziel, eher wirken sie sich kontraproduktiv aus.
Unabdingbare Voraussetzung aus Sicht der BAG ist, dass es (weiterhin) einen Dialog mit den (betroffenen) Fußballfans/Ultras gibt. Nur durch den offenen und ehrlichen Austausch mit dieser Gruppe ist es möglich, aktuelle Meinungen und Entwicklungen aus den Fankurven zu registrieren und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln, die zielführend und nachhaltig scheinen. Hierzu gehören Verband und Liga mit den Fans/Ultras und deren Organisationen an einen gemeinsamen Tisch. Die Fanprojekte werden diesen Dialog gern auf den Weg bringen, moderieren und begleiten. Nach Ansicht der BAG ist nur über den Weg der Kommunikation und des Dialogs das Ziel zu erreichen, hinter dem alle Fußballfans stehen/stehen sollten: Weniger Gewalt beim Fußball.
i.A. Matthias Stein
BAG Sprecher