Historie und vergangene Aktionen

Nachbetrachtung zum 3. Streetkick unterm Regenbogen im Jahr 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

die 05-Fanabteilung hat überraschend den Titel beim diesjährigen Streetkick unterm Regenbogen am 02. Juni auf dem Gutenbergplatz in Mainz gewonnen:
In einem bunt gemischten Turnier mit insgesamt 10 Teams aus u.a. der Mainzer Fußballfanszene, städtischen Jugendeinrichtungen und dem studentischen Milieu, konnten sich die 05-Vertreter ohne Punktverlust den Titel sichern. Das Finalspiel gewann die Fanabteilung, deren Ziel es nach eigenen Aussagen gewesen war,
wenigstens Vorletzter zu werden, gegen den amtierenden Titelverteidiger Chaos Boys Mainz souverän mit 15:5.
Fairplaysieger und damit Gewinner des Regenbogenpokals wurde die Mannschaft der Amnesty Hochschulgruppe „Die wilden Amnestiere“, die damit ihre Veranstal-tungspräsenz mit Infostand und Podiumsgespräch auf dem Spielfeld abrunden konn-te.
Der Streetkick unterm Regenbogen, den das Fanprojekt Mainz e.V. in Zusammen-arbeit mit der Stadt Mainz, Queernet Rheinland-Pfalz, dem Ministerium des Innern und für Sport, dem Landessportbund Rheinland-Pfalz, dem Südwestdeutschen Fuß-ballverband, dem 1. FSV Mainz 05 und der aktiven Fanszene veranstaltet, verbindet die Ausrichtung eines Straßenfußballturniers und die Auseinandersetzung mit einem gesellschaftspolitisch relevanten Thema.
Im Gutenbergjahr 2018 und im Jahr der umstrittenen Fußballweltmeisterschaft in Russland fokussierte der inhaltliche Part unter dem Motto „Doppelpass mit Guten-berg“ das Menschenrecht Bildung.
Passend dazu teilten sich die Schirmherrschaft für den Streetkick in diesem Jahr die Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Dr. Stefanie Hubig, der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling und der Vorstandsvorsitzende des 1. FSV Mainz 05, Stefan Hofmann.

Michael Ebling und Stefan Hofmann erschienen auch zur Eröffnung der Veranstaltung auf dem Gutenbergplatz (Frau Dr. Hubig war terminlich verhindert), durch deren Programm 05-Wortpiratin Mara Pfeiffer souverän führte.

Markus Delnef, Vorsitzender Fanprojekt Mainz e.V.: „Diese prominente Mitwirkung ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg für die Veranstaltung, zeigt es doch, dass zivilgesellschaftliche Initiativen auch von Politik und Sport Unterstützung erfahren.“

Um sich der Thematik auf unterschiedlichen Ebenen anzunähern, boten Informationsstände den Besuchern die Möglichkeit, sich mit lokalen Initiativen und Einrichtungen vertraut zu machen. So veranschaulichte bspw. der Weltladen Mainz, unter welch unsäglichen Bedingungen teure Markenfußbälle in Ländern wie Pakistan hergestellt werden. Der FC Ente Bagdad – auch dieses Jahr wieder mit zwei Teams aktiv – informierte gemeinsam mit dem Landessportbund über das Programm „Willkommen im Fußball“ und die eigenen bildungspolitischen Aktivitäten.
In der Mittagspause zwischen den Begegnungen stand ein umfangreiches Programm auf der Bühne an. Erst stimmte der Mainzer Rapper Perplex mit seinen gesellschaftskritischen Texten nachdenklich. Dann befragte Moderatorin Mara Pfeiffer ausgewählte Projekte wie das Entwicklungspolitische Landesnetzwerk (ELAN), das „Grubinetz – Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz“ und die Mainzer Hochschulgruppe von Amnesty International zu ihrem Engagement.

Optisch abgerundet wurde das Bühnenprogramm von Graffiti-Künstler Leif-Eric Möller, der im Laufe des Tages vor den Augen der Besucher ein beeindruckendes Streetkick-Bild entstehen ließ, welches der Siegerehrung den passenden und stilechten Hintergrund lieferte: Streetart meets Streetkick 2018.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden, bei unseren Kooperationspartnern und –partnerinnen, unseren Förderern und nicht zuletzt bei den vielen Helferinnen und Helfern aus der Mainzer Fanszene, die uns bei Auf- und Abbau tatkräftig unterstützt haben.

Die Veranstaltung Streetkick unterm Regenbogen wurde unterstützt von:

1.FSV Mainz 05

Deutsche Fußballliga (DFL)

Haus des Jugendrechts Mainz

Landeshauptstadt Mainz

Landessportbund Rheinland-Pfalz
Ministerium des Inneren und für Sport

Sportjugend Rheinland Pfalz

Südwestdeutscher Fußballverband
QueerNet Rheinland-Pfalz

 

Auf den Spuren des Holocaust. Bildungsfahrt nach Auschwitz und Krakau

Am vergangenen Sonntag (08.10.2017) kehrte eine bunt gemischte Mainzer Reisegruppe aus Polen an den Bruchweg zurück.

Die Gruppe einte ein anspruchsvolles Ziel: Auf Initiative des Fanprojekts und in enger Zusammenarbeit mit Mainz 05 wurde zum zweiten Mal nach 2014 eine mehrtägige Bildungsfahrt nach Auschwitz und Krakau durchgeführt, um sich vor Ort mit den Verbrechen der Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg auseinanderzusetzen.

18 Mitglieder der aktiven Mainzer Fanszene nahmen an dieser Fahrt teil. Begleitet wurden sie von zwei pädagogischen Mitarbeitern des Fanprojekts, zwei Mitarbeitern des 1. FSV Mainz 05 und einer Historikerin.

Auf dem Programm standen u.a. Führungen im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, Workshops zur Thematik und der Besuch des ehemaligen jüdischen Ghettos in Krakau.

„Es ist ein sehr großer Unterschied für das persönliche Erleben und Verstehen, ob man in Büchern über die Geschehnisse in den Konzentrations- und Vernichtungslagern liest oder ob man an Originalschauplätzen die gewaltigen Dimensionen der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft erfährt. Uns war es daher natürlich wichtig, dass die Reisenden pädagogisch und fachlich kompetente Ansprechpartner haben, mit denen sie das Erlebte aufarbeiten können “, so Sabrina Maron, pädagogische Mitarbeiterin des Fanprojekt Mainz e.V.

Für eine fundierte fachliche Begleitung hatte sich das Fanprojekt die Unterstützung von Juliane Röleke, einer Historikerin aus Berlin, gesichert, die regelmäßig Gedenkstättenfahrten mit Gruppen durchführt. Sie sorgte dafür, dass die einzelnen Führungen angemessen vor- und nachbereitet wurden und stand für die Teilnehmer als Ansprechpartnerin immer zur Verfügung.

Bereits im Vorfeld der Fahrt hatte Juliane Röleke ein Vorbereitungsseminar zur Fahrt geleitet, in dem u.a. auch die Biographie von Eugen Salomon, dem ersten Vereinspräsidenten und Vereinsgründer von Mainz 05, näher beleuchtet wurde. Er starb 1942 in einer der Gaskammern von Auschwitz-Birkenau.

Ihm zu Ehren und stellvertretend für alle Opfer des Nationalsozialismus legten Vertreter der Gruppe Blumen nieder. Insgesamt wurden allein in Auschwitz über 1,3 Millionen Menschen von den Nationalsozialisten ermordet, darunter über eine Million Juden.

Markus Delnef, 1. Vorsitzender Fanprojekt Mainz e.V.: „Eine derartige Reise steht und fällt nicht nur mit der Qualität des Programms, sondern auch mit der Bereitschaft der Teilnehmer sich darauf einzulassen. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für ihr ehrliches und aufrichtiges Interesse an der Thematik und ihre ungeheure Sensibilität im Umgang damit. Ebenfalls gilt unser Dank dem 1. FSV Mainz 05, Mainz 05 hilft e.V. und dem Förderverein des Fanprojekts, die durch ihre finanzielle und ideelle Unterstützung dieses Projekt überhaupt erst möglich gemacht haben.“